
Meine Philosophie der Behandlung
Osteopathie Dr. med. Herbort
Wie sieht ein Termin bei mir aus?
Ein Überblick über einen typischen Termin bei mir und warum ich wie in der Regel vorgehe.

Grundlegend
Ich möchte Sie individuell als Mensch mit Ihren einzelnen Aspekten sehen:
Mit Ihren Beschwerden, Ihren Sorgen, Ihren Lebensgewohnheiten, … aber auch mit Ihren Ressourcen. Ob Sie „einfache“ oder sehr komplexe Beschwerden haben, akut oder chronisch seit vielen Jahren – gerne begebe ich mich auf die Detektivarbeit, um möglichst die Ursache zu behandeln um Ihnen möglichst langfristig, im besten Fall dauerhaft Linderung zu verschaffen. In meinen Augen ist dafür ein respektvoller Umgang sowohl mit dem Patienten/der Patientin, als auch mit dem entsprechenden Gewebe unumgänglich.
Hierfür erachte ich Osteopathie als eine sinnvolle Herangehensweise, da hierbei die Behandlung des Gewebes achtsam erfolgt und im Gesamtkontext des Menschen gesehen wird.
Eine Linderung der Beschwerde kann ich Ihnen nicht versprechen. Ich bin aber motiviert nach relevanten Ursachen zu suchen. Dies kann sehr schnell zu einer Linderung führen, aber auch mal mehrere Termine benötigen.
Hierzu werde ich genau fragen, was bisher alles untersucht und behandelt wurde und mir einen Überblick über Ihre Lebensgewohnheiten machen.
Anschließend werde ich Ihren gesamten Körper systematisch untersuchen, aber auch mal anders denken, da manchmal die Zusammenhänge anders sind als im Lehrbuch. Ich werde immer offen mit Ihnen kommunizieren, was ich denke. Ich werde nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Ich kann nur versprechen, mein Möglichstes zu tun, um Ihnen zu helfen.
Teilweise ist zudem Ihre Mitarbeit zwingend erforderlich. Manchmal sogar mit größeren Veränderungen der Lebensgewohnheiten wie Ernährung, Bewegung, ggf. auch weitere Untersuchungen und gezielte Substitution von Nährstoffe.
Im Folgenden werde ich näher auf die einzelnen Aspekte eines Termins eingehen.
Wohlfühlen
Vorab möchte ich Ihnen ein mir generell sehr wichtiges Anliegen ausführen:
dass Sie sich während des gesamten Termines wohl fühlen. Für mich bedeutet dies, dass sie entspannt sein können, was eine Grundvoraussetzung für eine gute Untersuchung und Behandlung ist.
Im Behandlungszimmer ist eine ruhige Atmosphäre, in der wir ungestört und vertrauensvoll miteinander reden können. Ich möchte Sie kennenlernen und mir ein möglichst genaues Bild von Ihnen machen. Dafür werde ich Ihnen genau zuhören, Sie ernst nehmen und dann ggf. mit gezielten Fragen das Gespräch ergänzen. Sie können jederzeit Fragen stellen und Wünsche äußern. Ich werde immer ehrlich sein.
Bitte kommen Sie in der Kleidung zum Termin, in der Sie sich wohl fühlen. In der Regel erfolgen die Untersuchung und Behandlung in Unterwäsche, da hierdurch die Untersuchung am wenigsten beeinträchtigt wird und gleichzeitig auch Rötungen, Schwellungen, Hautveränderungen, Narben und andere Auffälligkeiten erkennbar sind.
Jedoch steht das Wohlfühlen absolut im Vordergrund. Lockere und leichte Kleidung stören in der Regel das Abtasten von Verspannungen nicht.
Dickere Materialien (z.B. Pullover oder Hose) können jedoch den Befund beeinträchtigen. Bei Fragen können sie mich gerne ansprechen. Wenn es Ihnen kalt werden sollte, liegt eine Decke bereit – es ist aber auch immer gut geheizt.

Wie können Sie den Termin vorbereiten?
Bitte bringen Sie ein großes Handtuch als Unterlage mit.
Häufig ist es sinnvoll, wenn Sie nochmal Ihre Beschwerden und den Verlauf vor Augen führen (siehe auch 1. Das Vorgespräch – Die Anamnese). Gerne können Sie relevante Befunde zum Termin mitbringen. Diese können je nach Beschwerdebild sein: Röntgen, CT, MRT, Labor, fachärztliche Befunde.
Bitte beachten Sie Folgendes für einen stressarmen Termin

Wie sieht ein typischer Termin aus?
Ein Termin besteht immer aus 4 größeren Abschnitten.
- Vorgespräch – Anamnese
- Untersuchung und Erläuterung
- Behandlung
- Abschlussgespräch mit einer Zusammenfassung der Behandlung und meine
Empfehlung zum weiteren Vorgehen
Termine vereinbaren Sie online oder telefonisch unter 0152 56426903
Mein Vorgehen Schritt für Schritt
1. Das Vorgespräch
– die Anamnese:
Ein zentraler Punkt sind die Informationen zu Ihren aktuellen Beschwerden und Problemen. Darüber hinaus möchte ich Sie aber als gesamten Menschen kennenlernen.
Jeder Mensch ist individuell. Jeder hat seine eigene Geschichte. Dies bedeutet für mich, dass ich mich auf Sie einstellen möchte.
Zudem möchte ich Ihnen möglichst umfassend helfen: das heißt, dass ich Sie in Bezug auf Ihre primären Beschwerden behandele, Ihnen aber auch weiterführende Tipps und Motivation für eine möglichst breite, generelle Gesundheit geben möchte. Teilweise müssen gewisse Lebensgewohnheiten hinterfragt und ggf. geändert werden, da diese den Körper immer wieder schwächen.
Hierfür stelle ich mir beispielsweise folgende Fragen:
- Welches Ziel haben Sie? Ist dies realistisch?
- Wenn Sie Themen haben, über die Sie (noch) nicht sprechen möchten, ist dies vollkommen ok. Ein kurzer Hinweis darüber ist häufig sinnvoll.
- Wer sitzt da vor mir? Was für ein Mensch sind Sie?
- Welche Beschwerden haben Sie? Seit wann? Ist irgendetwas passiert? Wurde schon etwas untersucht oder behandelt? Kommen ähnliche Beschwerden immer wieder?
- Gibt es irgendwelche Einflussfaktoren? Haben sie vielleicht irgendwelche Sorgen o.ä.? Hatten Sie in der Vergangenheit irgendwelche Unfälle oder Operationen, emotionale Traumata?
- Wie sieht Ihre allgemeine Gesundheit aus? Kann diese auch noch anderweitig unterstützt werden?
- Wie ist Ihre Ernährung? Wie ist Ihre Verdauung? Schlafen Sie gut? Haben Sie viel Stress?
- Gibt es irgendwelche Faktoren, die ich bei der Untersuchung beachten muss oder Ihnen wichtig sind?
- Wo liegen Ihre Ressourcen und stabilisierenden Faktoren?
2. Untersuchung
und Erläuterung
Ausführliche Untersuchung
Diese erfolgt überwiegend unter osteopathischen Gesichtspunkten. Je nach Beschwerdebild wird diese ergänzt durch schulmedizinische Tests.
Warum untersuche ich nicht nur den Teil des Körpers, in dem sich die Beschwerden zeigen?
Natürlich schaue ich mir den Bereich an, wo Sie Ihre Beschwerden äußern. Allerdings gibt es viele komplexe Zusammenhänge im Körper, die sich auf die Beschwerden auswirken und somit die Heilung beeinträchtigen können.
Beispielsweise kann ein Beckenschiefstand schnell gelöst werden. Wenn dieser primär vorliegt – also keine anderen auslösenden Einflussfaktoren vorliegen – ist dies eine sinnvolle Behandlung, die zu einer raschen Besserung der Beschwerden führt. Häufig liegen jedoch andere Ursachen im Körper verborgen, die lokal vielleicht gar keine Beschwerden machen, jedoch das Becken immer wieder irritieren und
dadurch verdrehen / blockieren. Mögliche Ursachen könnten beispielsweise von den Bauchorganen, vom Fuß oder sogar vom Kiefergelenk kommen. Natürlich liegen nicht bei jedem Patienten komplexeste Ursachen vor.
Jedoch ist eine ausführliche Untersuchung wichtig ist, um solche Zusammenhänge wahrzunehmen.
Erläuterung des Befundes
Nach der Anamnese und der Untersuchung erkläre ich Ihnen den osteopathischen Befund, wie dieser in Verbindung mit Ihren Beschwerden steht, sowie mein Vorgehen.
Falls (zunächst) eine weiterführende Diagnostik wichtig/ggf. sogar unumgänglich ist, werde ich Ihnen dies ebenso mitteilen. Hierbei hilf mir meine klinische sowie radiologische Erfahrung, die ich während meiner langjährigen Tätigkeit in Akutkrankenhäusern erworben habe.
Wenn Sie zum Befund oder dem Vorgehen Fragen haben, können Sie diese jederzeit stellen.
3. Behandlung
Nun starte ich mit der gezielten, priorisierten Behandlung. Beim ersten Termin nimmt die
ausführliche Anamnese und Untersuchung mehr Zeit in Anspruch als bei den Folgeterminen, wodurch die eigentliche Behandlungszeit verkürzt sein kann. Mein Anspruch ist es jedoch, jeden Termin so effektiv und umfassend wie sinnvoll möglich zu gestalten, um für Sie die bestmöglichen Fortschritte zu erzielen.
Sollten mehrere Beschwerden vorliegen, entscheiden wir gemeinsam, welche aktuell im
Vordergrund stehen. Es kann vorkommen, dass nicht alle eingeschränkten Bereiche in einer Sitzung behandelt werden können – Qualität und nachhaltige Wirkung haben für mich Vorrang vor Quantität.
Während der Behandlung ist es häufig sinnvoll zu entspannen und neugierig zu sein, was in Ihrem Körper passiert. Manche Patienten schlafen sogar ein. Sie dürfen aber auch jederzeit Fragen stellen, um eine Pause bitten, oder auch die Behandlung abbrechen. Transparenz ist mir wichtig.
Ich behandle immer nach bestem Wissen und Gewissen das, was mir auf Basis von Befund, Ihren Beschwerden und Ihrer Gesamtsituation für Ihren Körper am sinnvollsten erscheint. Dabei achte ich kontinuierlich darauf, wie Ihr Gewebe und Ihr Körper reagieren, und passe die Behandlung bei Bedarf an.
4. Abschlussgespräch
Zusammenfassung der Behandlung
und meiner Empfehlung zum weiteren Vorgehen
Zum Abschluss fasse ich die Behandlung zusammen und gebe Ihnen meine Einschätzung über das weitere Vorgehen, ob und wann weitere Behandlungen sinnvoll wären und warum, und wie Sie die Behandlung mit unterstützen können. Gerne können Sie hier noch offene Fragen stellen.
Häufige Fragen
zur Behandlung und Vorgehensweise:
Die Untersuchung erfolgt in mehreren Schritten:
1. Im Stand möchte ich einen Überblick über die Statik des Menschen bekommen:
Steht er mehr auf einem Bein? Ist der Bauch zu einer Seite verzogen? Gibt es
vielleicht eingezogene Narben? Gibt es irgendwo einen Punkt, zu dem alles
hingezogen erscheint? Usw.
Zudem führe ich ein paar globalere Tests.
2. Im Sitzen liegt das Hauptaugenmerkt auf der Wirbelsäule, dem Becken und den Rippen: Gibt es isolierte Blockaden? Oder Gruppenblockaden, die ein Hinweis auf einen Zusammenhang zum autonomen Nervensystem sein könnten.
Zudem können je nach Beschwerdebild z.B. die Schulter gut untersucht werden.
3. Im Liegen erfolgt dann die gezieltere Diagnostik: Sind die Gelenke/die Gewebe der Beine eingeschränkt? Wie genau verhält sich das Becken? Wie funktionieren die Organe aus osteopathischer Sicht?
Des Weiteren untersuche ich die Halswirbelsäule sowie den Schädel und Kiefer.
Ebenso möchte ich einen Eindruck vom Sympathikus (Kampf-oder-Flucht-
Modus) und vom Parasympathikus (Ruhe-und-Verdauungs-Modus) bekommen.
Dies ist ein zentraler Punkt, da im „Stress-Modus“ eine Heilung deutlich
erschwert bis nicht möglich ist.
Mit den sanften Untersuchungstechniken fühlt man das Gewebe ohne dieses zu manipulieren. Hiermit können sehr subtile Veränderungen/Spannungen wahrgenommen werden, die jedoch eine relevante Auswirkung auf den Körper haben können.
Grundsätzlich gilt für mich: so intensiv wie nötig und so sanft wie möglich. Manche Techniken können trotzdem unangenehm sein. Bitte geben Sie mir hierzu Rückmeldung, da unangenehme Schmerzen einen zusätzlichen Stress für Sie bedeuten, der den Körper an einer Heilung auch beeinträchtigen könnte. Gemeinsam finden wir den richtigen Weg für eine wirksame und zugleich achtsame Behandlung.
Insgesamt gibt es in der Osteopathie mehr sanfte als harte, direkte Techniken. Aber warum und was passiert dabei im Gewebe?
Tatsächlich gibt es aktuell nur sehr wenige wissenschaftliche Studien zu diesem Thema.
Beispielsweise wurde 2022 in der „Nature“ eine Studie veröffentlicht, in dem gezeigt werden konnte, dass sanfte osteopathische Techniken den Muskeltonus reduzieren können [2]. Es ist wichtig, dass hieran weiter geforscht wird, jedoch ist es schwierig, eine gute Studie diesbezüglich durchzuführen, da in der Osteopathie sehr individuell vorgegangen wird. Somit ist eine valide und standardisierte Methodik mit einer ausreichend hohen Untersucherzahl, am besten beim selben Therapeuten, sehr schwierig zu erreichen. Zudem stellt sich die Frage, was genau untersucht wird: Bei
einem Gelenk lässt sich sehr einfach, valide und objektiv die Verbesserung des Bewegungsausmaßes untersuchen. Einige Patienten kommen jedoch aufgrund von Rückenschmerzen, bei denen die (schulmedizinischen) Diagnostiken jeweils keinen auffälligen Befund gezeigt haben. Hier kann eigentlich „nur“ die subjektive Wahrnehmung des Patienten – also sind die Schmerzen weniger/fühlt er sich wohler, … – als Kriterium herangezogen werden. Wobei der Faktor, ob es Ihnen besser geht, eigentlich sogar der wichtigste Faktor ist.
In den nachfolgenden Abschnitten gebe ich Ihnen meine Erklärung, was
wissenschaftlich belegt ist, aber auch, was ich auch meiner täglichen Praxis erlebe und von meinen Patienten/Patientinnen rückgemeldet bekomme, ohne Esoterik:
Bei einer sanften osteopathischen Technik passiert äußerlich erstaunlich wenig, innerlich dafür oft ziemlich viel.
Was man von außen sieht
– Ich lege die Hände ruhig auf den Körper auf
– Kaum Druck, keine ruckartigen Manipulationen, kein „Einrenken“.
– Bewegungen – wenn für Sie überhaupt spürbar – sind sehr klein, langsam und geführt.
– Viel Spüren, Feinjustieren, Warten, Nachgeben.
Für Außenstehende wirkt das manchmal wie „nichts tun“. Für den Körper ist es das nicht.
1. Das Nervensystem schaltet runter [3, 4]
Sanfte Berührung aktiviert vor allem den parasympathischen Anteil des autonomen = unbewussten Nervensystems (Vagus-Nerv), d.h. das Nervensystem, das die Homöostase des Körpers aufrechterhält:
– Herzfrequenz sinkt
– Atmung wird tiefer
– Muskeltonus lässt nach
– Stresshormone nehmen ab
Viele merken das als Wärme, Ruhe, Gähnen, tieferes Atmen oder sogar Müdigkeit.
Durch einen entspannteren Körperzustand wird auch das Gewebe/der Körper für eine Behandlung empfänglicher [1].
2. Gewebe darf Spannung loslassen [2]
Muskeln, Faszien und innere Aufhängungen stehen oft unter unbewusster
Dauerspannung (z.B. durch Stress, Schonhaltungen, alte Verletzungen).
Die sanfte Technik:
– setzt keinen Gegenzug/keinen Stress auf das Gewebe; das Gewebe wird nicht in eine von mir bestimmte Richtung gezwungen
– sondern gibt dem Gewebe Zeit und Raum, sich selbst zu reorganisieren
– der Körper „entscheidet“, wie viel er loslässt. Erzwungen werden kann hier nichts und darf aus Respekt dem Gewebe gegenüber auch nichts.
Typisches Empfinden: Ziehen löst sich, etwas „fließt“, Druck verteilt sich neu, eine gewisse Leichtigkeit.
3. Wahrnehmung wird feiner (Eine in der „Nature“ veröffentliche Studie konnte zeigen, dass durch sanfte osteopathische Techniken die Eigenwahrnehmung verbessert werden könnte [2])
Der Körper bekommt über Berührung klare, nicht bedrohliche Reize, was
die Propriozeption (Eigenwahrnehmung) verbessert:
– „Ah, so fühlt sich das eigentlich an“
– alte Schutzmuster werden überflüssig
– Bewegungen werden danach oft freier
Das ist kein „Einwirken“, sondern eher ein Erinnern an gesunde Zustände. Eine solche Entspannung ist meiner Erfahrung nach häufig langanhaltender und grundlegender als manipulativere Behandlungen.
4. Autoregulation wird angestoßen
Osteopathie arbeitet mit der Idee, dass der Körper zur Selbstregulation fähig ist, wenn man ihn nicht stört.
Sanfte Techniken:
– geben dem System Zeit anstatt Kraft
– unterstützen Durchblutung & Lymphfluss indirekt
– fördern Anpassungsprozesse nach innen
Darum kann es sein, dass die Effekte erst Stunden oder sogar Tage später spürbar werden.
Häufige Rückmeldungen von meinen Patienten/Patientinnen:
– tiefe Entspannung
– das Gefühl, „bei sich anzukommen“
– es fühlt sich freier/leichter an
– Klarheit im Kopf
– manchmal emotionale Reaktionen (Seufzen, Tränen, Lachen)
– danach: Müdigkeit oder angenehme Leichtigkeit
Dies ist jedoch individuell und wird auch teilweise nicht so wahrgenommen
Eine pauschale Anzahl an Behandlungen lässt sich im Vorfeld nicht festlegen, da sich Umfang und Häufigkeit der Therapie stets nach der individuellen Ausgangssituation richten. Auch der eigene Umgang mit krankheitsauslösenden Faktoren, etwa deren Reduktion oder Vermeidung, sowie das persönliche körperliche Ansprechen auf die Behandlung spielen eine wichtige Rolle.
In den meisten Fällen zeigt sich bereits nach wenigen Sitzungen eine Tendenz. Auf dieser Grundlage kann der weitere Therapieverlauf gezielt geplant und angepasst werden. Einfachere Beschwerden, wie beispielsweise ein moderater akuter Rückenschmerz („Hexenschuss“), können häufig bereits nach wenigen Behandlungen deutlich gebessert oder vollständig behoben werden.
Komplexere Beschwerdebilder, etwa im Bereich einer vegetativen Dysregulation, erfordern hingegen mitunter eine längerfristige therapeutische Begleitung über mehrere Monate.
Zusammenfassung:
- Sanft heißt nicht wirkungslos
- Aber auch nicht mechanisch messbar wie eine Tablette
- Wirkung entsteht über Nervensystem, Wahrnehmung und Regulation, nicht über
„Kraft“

Drei entspannende Atemübungen für den Wartebereich
Diese drei Techniken helfen dir, dein Nervensystem in weniger als 5 Minuten in den „Rest-and-Digest“-Modus zu versetzen, um die Wirkung der manuellen Behandlung zu maximieren [1].
- Der Physiologische Seufzer (schnellste Methode)
Diese Technik gilt als eine der effizientesten Methoden, um den Herzschlag sofort zu
senken und Stress abzubauen.
Ablauf: Atme tief durch die Nase ein, bis die Lunge fast voll ist. Setze dann einen zweiten, kurzen Atemzug oben drauf, um die Lungenbläschen maximal zu füllen. Atme
anschließend sehr langsam und vollständig durch den Mund aus.
Dauer: 1–3 Wiederholungen genügen oft schon für einen spürbaren Effekt. - Die 4-7-8-Atmung (gezielte Beruhigung)
Diese Übung wirkt wie ein natürliches Beruhigungsmittel für das Nervensystem.
Ablauf:- 4 Sekunden lang geräuschlos durch die Nase einatmen.
- den Atem für 7 Sekunden anhalten.
- 8 Sekunden lang hö rbar durch den Mund ausatmen.
Wirkung: Das lange Ausatmen aktiviert den Vagusnerv, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist.
- Box Breathing (Quadrat-Atmung)
Diese Methode wird oft genutzt, um Fokus und körperliche Ruhe gleichzeitig zu fördern.
Ablauf: Stell dir ein Quadrat vor. Gehe jede Seite für 4 Sekunden ab:
4 Sek. Einatmen – 4 Sek. Halten – 4 Sek. Ausatmen – 4 Sek. Halten.
Vorteil: Sie hilft, kreisende Gedanken zu stoppen und die Muskelspannung vorab zu
reduzieren.
Quellen:
[1] Hanley AW, Garland EL, Zingg RW. Mindfulness-based waiting room intervention for osteopathic manipulation patients: a pilot randomized controlled trial. J Osteopath Med. 2021 Feb 24;121(4):337-348. doi: 10.1515/jom-2020-0186. PMID: 33694345.
[2] Bohlen, L., Schwarze, J., Richter, J. et al. EQect of osteopathic techniques on human resting muscle tone in healthy subjects using myotonometry: a factorial randomizedtrial.Sci Rep 12, 16953 (2022). https://doi.org/10.1038/s41598-022-20452-9
[3] Arienti C, Farinola F, Ratti S, Daccò S, Fasulo L. Variations of HRV and skin
conductance reveal the influence of CV4 and Rib Raising techniques on autonomic balance: A randomized controlled clinical trial. J Bodyw Mov Ther. 2020 Oct;24(4):395-doi: 10.1016/j.jbmt.2020.07.002. Epub 2020 Jul 31. PMID: 33218540.
[4] Cerritelli F, Cardone D, Pirino A, Merla A, Scoppa F. Does Osteopathic Manipulative Treatment Induce Autonomic Changes in Healthy Participants? A Thermal Imaging Study. Front Neurosci. 2020 Aug 18;14:887. doi: 10.3389/fnins.2020.00887. PMID: 33013294; PMCID: PMC7461826.
[5] Cerritelli, F., Chiacchiaretta, P., Gambi, F. et al. EQect of manual approaches with osteopathic modality on brain correlates of interoception: an fMRI study. Sci Rep 10, 3214 (2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-60253-6
